1994
Tut was: Theater um Toleranz
Quelle: Norbert WeberIdee von Michaela Witt anl. Brandanschlag in Mölln
Zun Anfang der Veranstaltung wurde eine Gedankenbrücke von der Reichskristallnacht im November 1938 bis hin zu den ausländerfeindlichen und rassistischen Anschlägen von Rostock und Mölln geschlagen. Damit wurde noch einmal deutlich gemacht, wohin Intoleranz und Abneigung gegenüber Schwächeren, selbst in der heutigen Zeit noch führen können.
Im Anschluß daran verschiedene Rollenspiele, Textlesungen, Gedichte und pantomimesche
Szenen.
"Wer fährt auch Rollstuhl", ein Rollenspiel von Horst Heinschke, verdeutlichte
die Hilflosigkeit eines Rollstuhlfahrers, der sich aus eigener Kraft nicht mehr
fortbewegen kann und auf keine Hilfsbereitschaft von Passanten auf der Straße rechnen
kann, da diese ihn entweder gar nicht oder durch fadenscheinige Ausreden jede Hilfe
verweigern.
Diese und auch andere Darbietungen sollen zum Denken anregen, wie jeder einzelne,
nicht nur Rechtsradikale, mit Minderheiten in ihrer Umgebung umgehen, und das Bewußtsein
dahingehend ändern, diesen Menschen mit mehr Toleranz zu begegnen, sie als gleichwertige
Menschen neben sich zu achten.
Gespielte oder gelesene Werke von:
Berthold Brecht: "An die Nachgeborenen"
Gebrüder Grimm: "Der alte Großvater und der Enkel"
Robert Long
Karl Valentin: "Fremde"
Auszug aus dem Tagebuch der Anne Frank
Kurzstücke von der Diskriminierung oppositioneller Politiker im 3. Reich,
der bewußt herbeigeführten Isolation Fremder oder Behinderter und den aus vielen
Gründen enstandenen Integrationsschwierigkeiten vieler Pantomime?
Mitwirkende
| Auf der Bühne ... | |
|---|---|
| Renate Jansen | |
| Helge Eich | |
| Christa Dobrowolski | |
| Andra Vesper | |
| Petra Spethmann | |
| Michaela Witt | |
| Steffi Wege | |
| Harald Wege | |
| Ursula Hammelmann | |
| Thomas Techow | |
| ... hinter der Bühne | |
|---|---|
| Regie | Iris Hammelmann |
Der Verfasser folgender Zeilen ist ein unbekannter Südafrikaner. Er schrieb an die Haustür einer weißen Lady (eingedeutscht):
Wenn ich geboren werde, bin ich schwarz
Wenn ich aufwachse, bin ich schwarz
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz
Wenn ich friere, bin ich schwarz
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz
Aber Du!
Wenn Du geboren wirst, bist Du ROSA
Wenn Du aufwächst, bist Du WEISS
Wenn Du krank bist, wirst Du GRÜN
Wenn Du in die Sonne gehst, wirst Du ROT
Wenn Du frierst, wirst Du BLAU
Wenn Du stirbst, bist Du PURPUR-ROT
UND DU HAST DIE FRECHHEIT, MICH FARBIG ZU NENNEN!
Quelle: Ursula Hammelmann - Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!