2006

Bei Tucho zu Gast ... und überhaupt

Quelle: Norbert Weber

Groteske von Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky in Text und Ton. Humor mit Biss ... mit Texten und Chansons von Kurt Tucholsky.

Teil 1: Der Mensch
Durch das Programm führen der Engel - Samya Korff und der Teufel - Fabian Heitmann - nach Texten von Ursel Hammelmann

Teil 2 ... und überhaupt!
Wir planen einen Kurt Tucholky-Abend! Aber wie baut man einen solchen auf?
Nun, man nehme aus 10 Bänden: Texte dieses witzigsten, scharfsinnigsten und wahrscheinlich auch hellsichtigsten Publiziten, der heute noch so aktuell ist, wie in den 30er Jahren, würze diese mit seinen Chansons und einer gehörigen Portion eigener Ideen.
Dann probe man alles ausgiebig und versuche, die Vorträge so umzusetzen, dass man zumindest das Gefühl hat, der Meister des geschliffenen Wortes könnte es akzeptieren. Wenn das (nach unserer unmaßgeblichen Meinung) einigermaßen erreicht ist, serviere man diesen Cocktail (von anspruchsvoll über frivol bis frech) dem Publikum und hoffe auf dessen geneigtes Wohlwollen!

Mitwirkende

Auf der Bühne ...
An das Publikum (Chansons)Enno Bruns
Aus der WirtschaftErhard Wieschollek
Beit FriehstickBernd Knispel
Blumentag (Chanson)Edgar Techow
DenkerfrauUrsula Hammelmann
Der EhemannErhard Wieschollek
Der JunggeselleEdgar Techow
Die Polizei berichtetEdgar Techow
Ehefrau in NötenHeidi Borchert-Schlichting
Ein kurzer MannEdgar Techow
Elke WolkengleichUrsula Hammelmann
EngelSamya Korff
ErEnno Bruns
ErnaHeidi Borchert-Schlichting
EuropaEnno Bruns
Geschiedene FrauHeidi Borchert-Schlichting
Grete ReiserHeidi Borchert-Schlichting
Gustav DingensErhard Wieschollek
JounalistErhard Wieschollek
LesungEnno Bruns
MaxEnno Bruns
NachfolgerinUrsula Dyballa
Onkel FelixErhard Wieschollek
SieUrsula Dyballa
SprecherEdgar Techow, Erhard Wieschollek
Tante PuttiUrsula Dyballa
TeufelFabian Heitmann
TheaterErhard Wieschollek
Tucho, TucholskyEnno Bruns
VortragUrsula Hammelmann
Walter TrillerEdgar Techow
Wat nu - ja oder ja?Bernd Knispel
Zum SportEdgar Techow
GesangBernd Knispel, Heidi Borchert-Schlichting, Ursula Hammelmann, Edgar Techow
... hinter der Bühne
RegieUrsula Hammelmann, Edgar Techow
RegieassistenzSiegfried Altmann
SouffleuseSiegfried Altmann
InspizienzRegina Altmann
BühnenbauKurt Günther
MusikBernd Knispel
Musikalische BeratungBernd Knispel

Kurt Tucholsky

geb. 09.01.1890 in Berlin
gest. 21.12.1935 in Hindras bei Göteborg

Er war wohl einer der witzigsten und scharfsinnigsten Publizisten Deutschlands. Man sagt auch, er war einer der hellsichtigsten!
Seine Schriften veröffentlichte er unter den Pseudonymen: Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser. Wegen des Aufstieges der Nazis war Tucholsky zusehens resigniert. Sein letzter Artikel in der 'Weltbühne', einer kleinen, aber einflussreichen linken Berliner Zeitschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft erschien im November 1932. Zusammen mit Carl von Ossietzky leitete er dieses Blatt seit 1927. In dieser Zeit lebte er aber schon in Frankreich.

Am 10. Mai 1933 hatte Nazi-Deutschland seine Bücher zusammen mit denen von Kästner, Ossietzky und vielen anderen öffentlich verbrannt. Zu diesem Zeitpunkt hat man ihn auch ausgebürgert. In Tucholskys letzten Briefen bezeichnete er sich als 'aufgehörter Schriftsteller' und 'aufgehörter Deutscher'.

1930 wanderte er nach Schweden aus. Am 21.12.1935 nahm er sich dort im Exil verzweifelt und krank das Leben.
Zwischen 1945 und 2002 wurden weltweit 18 Millionen seiner Bücher verkauft. Besonders beliebt waren seine Liebesgeschichten 'Rheinsberg' und 'Schloß Gripsholm'. Besonders gern verfasste er Reiseberichte. Als ihn sein Weg nach Hamburg führte, war er so begeister, dass er schwärmte: 'Du schönste deutsche Stadt'. Die Alster nannte er liebevoll 'Ozean privat' und überschrieb eine Reportage mit 'Auf der Reeperbahn nachts um halb eins'. Er bumelte dort ausgiebig, 'aber,' meinte er, 'St. Pauli ist eher brav und bürgerlich'. Der Schauer vor dem 'Laster' sei wohl dahin. Man lebt nach der Devise: 'Lerne Lachen ohne zu weinen!' Geistreich-ironisch kämpfte er stets gegen das reaktionäre Spiessertum.

Quelle: Ursula Hammelmann - Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!